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Die "gib & nimm"-Regale erkennt man leicht an ihrer strahlend blauen Farbe und an diesem LOGO.

Geben

Haben Sie etwas zuhause, was Sie nicht brauchen, was aber andere glücklich machen könnte? Was könnte das sein?
Ihnen fällt bestimmt etwas ein! ...eine DVD, deren Film Sie schon gesehen haben und eigentlich jetzt weitergeben könnten, neuwertige Spielsachen,  aus denen die Kinder „herausgewachsen“ sind, eine hübsche Tasse, die nicht zum aktuellen Service passt, ein ausgelesenes, aber noch nicht veraltetes  Heft mit Häkelmustern oder Kochrezepten, ein Puzzle (aber bitte noch mit allen Teilen), ein geschenktes Handtuchset, das sich mit den Kacheln im Bad sticht, oder eine Kaffeemaschine, die nur im Schrank steht… Es sollten aber „Schmuckstücke“ sein, die wir mitbringen. Und man kann so viel bringen, wie eine Person tragen kann. Es ist aber nicht zum Entrümpeln gedacht und auch nicht als eine Art Flohmarkt, sondern einfach so für gib & nimm. Denn zu gib & nimm gehört ja auch das...

 

Nehmen

Die mitgebrachten Dinge kommen auf ein gib & nimm – Regal. Dort kann sich dann jede und jeder umschauen und auch etwas mitnehmen.
Ganz ohne Geld. Denn wir leben in einer Gesellschaft des Überflusses – und das tut uns letztlich allen nicht gut.  „Das erste, was ich gegeben habe, waren zwei Flaschen Haarspray, die mein Mann versehentlich gekauft hatte. Ich hab sie hingestellt — und mich sehr gefreut,  dass sie nach kürzester Zeit genommen wurden. Zuhause standen sie nur nutzlos im Vorrat herum…“  Mit gib & nimm sparen wir Ressourcen, überwinden soziale Unterschiede und fördern die Kreativität und die Fantasie.  Geben und Nehmen bedeutet Nähe und Gemeinschaft, schafft Kontakte und regt zum Gespräch an. Aber das klappt nur, wenn Sie sich auch trauen und das, was Ihnen gefällt, einfach nehmen. Viel Freude dabei!

 

Die Standorte der "gib & nimm"-Regale

1 Ökumenisches Kirchenzentrum am Kammerberg Berliner Straße 40
2 Evangelisches Gemeindezentrum Weimar Steinweg 18
3 Praxis Dr. Eberhard Gild Dörnbergstraße 20
4 Ev. Gemeindehaus Heckershausen Hauptstraße 34
5 Dienstleistungszentrum Heckershausen Dorfplatz 2

 

"gib & nimm"-Team

Wir sind ein kleines ökumenisches Team von Ehrenamtlichen aus ganz Ahnatal, die die blauen Regale regelmäßig „pflegen“: Wir ordnen die Dinge, die gebracht wurden, stauben ab, nehmen Schadhaftes heraus, bringen „Ladenhüter“ in eines der anderen Regale, wo sie vielleicht eher mitgenommen werden usw. Wenn Sie Lust haben, dabei mitzumachen, melden Sie sich bitte in Ihrem Pfarramt.

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Hintergrund

Heidemarie Schwermer (+ 23.03.2016), Initiatorin der Aktion "gib und nimm"

schwermer gib und nimm

Am 23. März 2016 verstarb Heidemarie Schwermer im Alter von 72 Jahren in Kassel. Sie lebte fast zwanzig Jahre ohne Geld, was für sie eine große Freiheit bedeutete. Sie gewann damit einen kritischen Blick auf unsere von Geld und Konsum bestimmte Welt, in der Menschen mit niedrigem oder gar keinem Einkommen ausgegrenzt werden. Ihr Leben ohne Geld beschreibt sie in ihren Büchern "Sterntaler Experiment I und II".

Heidemarie Schwermer setzte sich dafür ein, unsere jetzigen Werte, die mit „immer höher, schneller, mehr“ zu tun haben, umzuwandeln in: Was brauche ich wirklich, was kann ich wirklich, was will ich wirklich?

Wie kam es dazu? Heidemarie Schwermer war Lehrerin und Psychotherapeutin. Als sie nach Dortmund zog, begegnete ihr krasse Armut. Dagegen wollte sie unbedingt etwas tun und gründete so genannte Tauschringe, in den Menschen Dienstleistungen und Waren ohne Geld tauschen konnten (z.B. Haare schneiden gegen Baby sitten, Rasen mähen gegen Nachhilfe). Sie merkte schnell, wie wenig sie wirklich brauchte und wagte das Experiment "Leben ohne Geld". Sie verkaufte ihr Haus, verschenkte alles, auch ihr Geld. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten konnte sie feststellen, wie befreiend und spannend das für sie war. Sie arbeitete in diesen Jahren in verschiedensten Berufen, nahm alle Tätigkeiten an, die ihr angeboten wurden und bekam im Gegenzug das, was sie gerade brauchte.
Sie warb in Radio- und Fernsehsendungen für ihre Idee, viel mehr zu tauschen und zu teilen. Dazu gehörte auch die Aktion "gib und nimm" . Sie sah sich nicht als Missionarin, sondern als Mutmacherin für ein selbstbestimmtes Leben.

Unsere blauen Regale sind Teil ihres Vermächtnisses.
Freuen wir uns daran.

(Irmtraud Mohr, Thomas Dilger)

Link zur Internetseite von Heidemarie Schwermer: http://neueseite.heidemarieschwermer.com/

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