Herzlich Willkommen! Offene Kirche von 9-18 Uhr

 Kirche aussen Altar 2013

Treten Sie ein! Unsere Kirche ist tagsüber geöffnet und lädt zum Verweilen ein. Erlebenen Sie einen Moment der Stille und der Begegnung mit Gott! In der Andachtsecke im Seitenschiff der Kirche können Sie eine Kerze entzünden und beten. Sie finden auch ein Gästebuch, in das Sie Ihre Gedanken oder Gebetsanliegen eintragen können. Weitere Offene Kirchen in unserer Region finden Sie auf der Homepage unserer Landeskirche.

Überblick über die Geschichte des kirchlichen Lebens in Weimar!

 

Kirchliche Anfänge in Weimar

Die älteste Weimarer Urkunde wird auf das Jahr 1097 datiert. Der adlige Herr Dietmar und seine Frau Eila übertrugen ihre Besitzungen zu "Villa Wimare" und in der Umgebung dem Kloster Alban zu Mainz. Man wollte in Weimar ein Niederlassung von Mönchen einrichten. In dieser bedeutsamen Urkunde wird bereits eine "capella in Wimar" erwähnt.
Über 100 Jahre später im Jahre 1209 ist die Existenz einer Benediktiner-Propstei in Weimar und damit eines kleinen Konvents von Benediktinern belegt, der jedoch wahrscheinlich nur wenige Jahrzehnte bestanden hat. Die Kapelle wurde in spätromanischer Zeit zu einem einschiffigen Langhaus erweitert. Die zwei westlichen der vier heutigen spätgotischen Gewölbe ruhen auf spätromanischen Wandvorlagen (um 1300).
Spätestens Ende des 13. Jahrhunderts besteht im sich langsam vergrößernden Weimar eine kleine Pfarrgemeinde, die kirchlich von Ditmold (Kirchditmold) versorgt wurde. Zeitweise lebte auch ein "vicarius" (Stellvertreter eines Priesters) in Weimar.

 

Erweiterung der Kirche um 1507

Gegen Ende des Mittelalters war die vorhandene Dorfkirche zu klein oder baufällig geworden. Im Jahr 1507 wurde eine umfangreiche Erweiterung durchgeführt, unter anderem durch den Einbau von zwei weiteren spätgotischen Gewölben im Osten. Außerdem durch den seitlichen Anbau, der ein Kreuzgewölbe trug. Hier wurden 1996 Einfassungen eines alten Taufortes gefunden. In diesen Bauabschnitt gehören die schlichten Sakramentsnischen des Chores und die drei spitzbogigen Fenster der Südseite. Auch das alte Kirchenportal an der Südseite stammt aus jener Zeit. Im Eingangsbereich der Kirche findet sich auf einem Holzbalken der Hinweis auf jene Erweiterung "Anno Domini 1507".
Auch die schöne Steinkanzel mit ihren schlichten Ornamenten stammt aus spätgotischer Zeit. Sie wurde im Jahr 1999 umfangreich restauriert.
Im Mittelalter war die Kirche mit zahlreichen Fresken ausgemalt. Reste davon kann man im Chorraum sehen (Darstellung des himmlischen Jerusalems hinter der Orgel). In der Festerleibung des nördlichen Fensters im Chorraum kann man die Hl. Katharina (mit Rad) erkennen.

 

1906: Ein neuer Kirchturm gibt der Kirche ihr heutiges Gesicht

Der heutige, 32 Meter hohe, stattliche Kirchturm wurde erst 1906 errichtet, allerdings aus den alten Steinen eines baufällig gewordenen Vorgängerbaus. Auf das 18 Meter hohe Steinwerk setzte man eine 13 Meter hohe Holzspitze, die den Baustil der alten hessischen Wehrtürme aufgreift. Die vier Wichhäuser (Eckgauben) sind diesem gotischen Stil nachempfunden. Die damals ebenfalls erwogene Erweiterung der Kirche durch ein weiteres südliches Querschiff wurde nicht realisiert. 

von sueden 1969
Ansicht von Süden aus dem Jahr 1969. Unter der Hainbuche ist das alte gotische Portal mit Spitzbogen erkennbar. Auf der linken Turmseite wurde 1963 ein neues Portal geschaffen - erkennbar am hellen Betonsturz.

 

Die Weimarer Kirchenglocken

Im Turm hängen drei Stahlgussglocken aus dem Jahr 1920 (fis, a, h). Die alten Glocken hatte die Kirchengemeinde noch im letzten Kriegsjahr 1918 als kriegswichtiges Rohmaterial (Waffenbau) abgeben müssen. Derzeit sammelt die Kirchengemeinde für neue Bronzeglocken, die im Jubiläumsjahr der Reformation 2017 angeschafft werden sollen. Näheres zum Glockenprojekt sowie zur Geschichte der Weimarer Glocken finden Sie auf der Seite des Förderkreises Ev. Kirche Ahnatal-Weimar.
innen nach der renovierung 1954
                                   Innenansicht nach der Renovierung 1954

 

Die Weimarer Kirche heute

Seit den 60er Jahren wurde die Kirche mehrfach renoviert. Die wichtigste Veränderung war in den 70er Jahren mit dem Umbau der Orgel verbunden, die deutlich erweitert wurde. Dazu wurde die alte Orgelempore und das Kirchengestühl hinter dem Altar entfernt. Die Orgel wurde gewisser Maßen nach unten erweitert. Vor der Orgel wurde ein Sandsteinpodest in die Kirche eingebaut, das Chöre und Instrumentalgruppen zum Musizieren nutzen können.

 

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Im Jahr 2008 wurde im Seitenschiff eine Andachtsecke eingerichtet. Hier kann man während der täglichen Öffnungszeiten verweilen, eine Kerze entzünden, die stille Atmosphäre des Kirchenraums auf sich wirken lassen und ein Gebetsanliegen in ein Gästebuch eintragen.

 

Neugestaltung der "Prinzipalstücke": Altar, Taufort und Osterleuchter

Im Jahr 2009 entschloss sich der Kirchenvorstand, eine Neugestaltung des Altarraums durch den Künstler Siegfried Gerstgrasser in Angriff zu nehmen. Weitgehend finanziert durch Spenden konnten im Jahr 2011 ein neuer Taufort und ein neuer Osterleuchter sowie ein neues Kanzelpult eingeweiht werden. Am Palmsonntag 2013 wurde der neue Altar seiner Bestimmung übergeben, so dass das Ensemble der Prinzipalstücke nun komplett ist.

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Altar, Taufort, und Osterleuchter von Siegfried Gerstgrasser (2011-2013)
Dazu gehört auch ein entsprechendes Kanzelpult (nicht sichtbar).

Erneuerung der Kirchenglocken im Reformationsjahr 2017

Im Jahr 2013 gründete sich der "Förderkreis Ev. Kirche Ahnatal-Weimar". Unter der Leitung von Sprecher Thomas Raffler und dem Pfarrehepaar Ute und Thomas Dilger gingen die ca. 15 Mitglieder des Förderkreises daran, eine Spendenaktion für die Anschaffung neuer Glocken im Jahr der Reformation 2017 auf den Weg zu bringen. Die anfangs vage Hoffnung, innerhalb von vier Jahren die benötigten € 92.000,-- zu sammeln wurde durch die Spendenbereitschaft in der Ahnataler Bevölkerung weit übertroffen. Die Glocken wurden im April 2017 von der Glockengießerei Bachert (Karlsruhe) gegossen. Die Glockenzier wurde von Florian Seemüller (Grafikbüro Friedlein und Seemüller, Kassel) entworfen. Die feierliche Widmung der Glocken wurde im Rahmen eines feierlichen Festgottesdienstes am 18.06.2017 von Bischof Prof. Dr. Martin Hein vorgenommen.

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