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Blog der Ahnataler Kirchengemeinden

Dies ist der gemeinsame Blog der evangelischen Kirchengemeinden in Ahnatal.

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Gespräch im Jahr 2000 – Pfarrer Heinrich Schomann im Ruhestand

Veröffentlicht von am in Kammerberg
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Ökumene am Kammerberg - von F.J. Jordan

 

Pfarrer Heinrich Schomann im Ruhestand

Vor 18 Jahren kam Pfarrer Heinrich Schomann an den Kammerberg, um dort als Pionier eine neue evangelische Gemeinde aufzubauen und zusammen mit der katholischen Gemeinde das ökumenische Kirchenzentrum zu planen, zu bauen und mit Leben zu erfüllen. Für die ökumenische Arbeit sind in dieser Zeit viele Impulse von ihm ausgegangen. Am 1. Adventssonntag 2000 wurde Pfarrer Schomann in einem feierlichen Gottesdienst in den Ruhestand verabschiedet.

Anläßlich seiner Verabschiedung  sprach F.J. Jordan mit ihm über ökumenische Fragen:

 

Mit welchen Vorstellungen und Erwartungen sind Sie vor 18 Jahren an den Kammerberg gekommen?

Ich war vorher in zwei dörflichen Pfarrstellen in Besserode und Zimmersrode tätig. Mir war klar, dass im Neubaugebiet am Kammerberg eine völlig neue Herausforderung auf mich wartete. In den Dörfern hatte ich  nur die übliche Ökumene auf Sparflamme erlebt: gemeinsame Veranstaltungen am Weltgebetstag und bei Dorffesten – das konnte doch nicht alles sein! Ich war offen für alles, was auf mich zukommen würde, ohne schon ganz fest umrissene Vorstellungen zu haben.

 

Welche Wünsche sind für Sie in Erfüllung gegangen?

Am Kammerberg habe ich Menschen gefunden, die sich sehr aktiv und überzeugend für die Ökumene einsetzen. Diese Arbeit an der Basis, die wesentlich vom ökumenischen Arbeitskreis getragen wird, hat mich überzeugt und mir immer wieder Mut gemacht. Ich hatte das Glück, mit Pfarrer Strenger einen katholischen Amtsbruder an der Seite zu haben, dem die Ökumene am Herzen liegt. Dadurch war eine gute Voraussetzung gegeben, gemeinsame Schritte nach vorn zu tun.

Ich hatte zwar in der euphorischen Stimmung der Anfangsjahre von großen Schritten nach vorn geträumt, z. B. in Richtung Interkommunion, habe dann aber erkennen müssen, dass Wege, die mehr als 400 Jahre getrennt verlaufen sind, nicht so schnell zusammen geführt werden können. Aber trotzdem sind wir ein gutes Stück vorangekommen, wenn ich an die vielen gemeinsamen Gottesdienste, Lima Liturgie, Feste, Seminare, Gesprächsrunden, Aktionen und den Bibelkreis denke. Wir haben gesät, und das, was wir noch nicht erreicht haben, werden spätere Generationen ernten.

 

 

Würden Sie rückblickend sich noch einmal für diese Stelle bewerben?

Ja!

 

Wie schätzen Sie die ökumenische Arbeit am Kammerberg ein?

Für die Arbeit der evangelischen Kirchengemeinde haben wir ein Gesamtkonzept entwickelt. Darin stellt die Ökumene einen besonderen Schwerpunkt dar. Wir sind das Wagnis eingegangen, gemeinsam ein Haus zu bauen und darin zu leben. Wir haben damit eine Vorbildfunktion. Da es nur wenige ökumenische Kirchenzentren in unserem Land gibt, schauen von außen viele auf uns. Lebendige Ökumene am Kammerberg strahlt über die Gemeinde hinaus und gibt positive Impulse für ein viel größeres Umfeld. Bei einem Scheitern ist der Schaden für die Ökumene natürlich auch größer.

 

Wo liegen für Sie Stärken und Defizite? Was könnte noch mehr getan werden?

Wir haben in den 18 Jahren viel mit einander getan und von einander erfahren. Wir sind uns dadurch viel näher gekommen und vertraut geworden. Vieles wird als selbstverständlich angesehen, was in anderen Gemeinden nicht einmal angedacht wird.

Ich wünschte mir, dass die Ökumene in unseren beiden Gemeinden noch  größere Kreise ziehen und von einer breiteren Basis getragen würde.

Bei der Verzahnung verschiedener Gruppen könnte noch mehr getan werden, z.B. bei den Seniorenkreisen, aber auch bei Firmlingen und Konfirmanden.

 

Welche Reaktion hat das vatikanische Dekret “Dominus Jesus“ bei Ihnen  ausgelöst?

Es ist ärgerlich, dass durch solche Verlautbarungen der ökumenische Dialog gestört wird. Wir lassen uns aber durch das „Störfeuer“ nicht in unserer Arbeit zurückwerfen,  da die Streitpunkte des Dekrets für uns längst nicht mehr aktuell sind.

 

Gibt es eine Zukunft für die Ökumene?

Es gibt keine Alternative zur Ökumene. In einer immer stärker säkularisierten Welt haben wir als Christen nur im Miteinander eine Chance. Nur so können wir laubwürdig in der Welt auftreten. Jesus hat nicht die Trennung in Konfessionen gewollt, sondern dass alle eins seien.

Vom ökumenischen Kirchentag im Jahr 2003 in Berlin erhoffe ich mir einen neuen Aufbruch in diese Richtung und kräftige Impulse, die dann auch die einzelnen Gemeinden erfassen.

 

Was möchten Sie den am Kammerberg in der Ökumene Engagierten mit auf den Weg geben?

Ich möchte alle ermutigen, Visionen in der Ökumene zu haben. Diese großen Ziele werden sicher so schnell nicht zu verwirklichen sein. Sie geben aber den Weg vor, auf dem in manchmal nur kleinen Schritten ganz konkret etwas erreicht werden kann. Dabei ist es wichtig, einen langen Atem zu haben und gelassen zu sein und sich nicht durch Rückschläge und Dekrete wie “Dominus Jesus” beirren und entmutigen zu lassen.  “Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe” das ist die grundsätzliche Botschaft und zugleich Auftrag an uns.

 

Ich danke Ihnen für das Gespräch und wünsche Ihnen alles Gute für den neuen Lebensabschnitt.

 

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Bildunterschrift:
Pfarrer Heinrich Schomann (rechts) und Peter Strenger (links) 1987 bei der Grundsteinlegung für das Ökumenische Kirchenzentrum

 


 

Der Heinrich und der Peter, das ökumenische Paar, sie suchen andere Wege und nicht das, was war….

(aus einem Lied des ökumenischen Arbeitskreises zur Verabschiedung)

Ja, Heinrich, lieber Heinrich,

hier steh`n wir zusammen.
In achtzehn langen Jahren
haben wir viel gemeinsam \\
1 geredet, \\ 2 gebaut,
1 gefeiert, \\ 2 vertraut
auf Gott und auf Dich \\
und nun läßt Du uns \\ im Stich!

Trotz Dominus Jesus
und Ratzingers Grollen
wir wissen doch selber
recht gut, was wir wollen. \\
1 Ökumene \\ ist wichtig,
2 verbindend \\ und richtig.
Trotz Zeter und Geschrei: \\
Die Gedanken sind frei!

Der Heinrich und der Peter,
das ökumenische Paar,
sie suchen andre Wege
und nicht das, was war. \\
1 Nur neue \\ Gedanken
2 zerreißen \\ die Schranken
1 und Mauern entzwei \\
Darum bleibet dabei!

Bethlehem und die Zivis
liegen ihm sehr am Herzen,
sie schaffen im Weinberg
mit Schweiß und mit Schmerzen. \\
Wir kauften \\ die Reben
und auch ein \\ paar Taschen,
der Rest hier ist noch frei, \\
mit 10 Mark sind sie dabei.
Dahers Weinberg, Dahers W.,
Dahers W., den lieben wir so sehr (2x)

Ist Frieden sein Hobby?
fast könnt man es meinen
für Japan, Palästina
ist er viel auf den Beinen. \\
Afrikaner \\ und BISAM
als Gäste \\ im Zentrum
ist das alles vorbei? \\
nein, \\ wir bleiben dabei.

Doch ein Pfarrer braucht Gemeinde,
braucht Helfer, die was machen,
braucht von andern auch Ideen,
um´s gemeinsam anzugehen. \\
Delegier`n ist \\ ne Stärke,
denn auch andre \\ gehn zu Werke. \\
„Mach mal“ war sein Lieblingswort, \\
und schon war er wieder fort.

Am Beginn stand nur die Frage
wie die Kirche solle werden
und wie teilen wir die Räume,
ohn´ Bedacht, was wem gehöre. \\
Doch, es ist was \\ draus worden
- „ja“ \\ aus Fulda \\ und Kassel -
ohne Mauer und Zaun \\
Ökumene kann drauf baun.

1 Pfarrer Schomann ist in Urlaub,
2 so steht es zu lesen.
1 Mancher fragt sich ganz verwundert,
2 wo ist er gewesen,
1 war`s bei Stelios \\ auf Kreta
1 bei Rotwein \\ und Feta
2 oder oben am Meer,
2 denn das liebt er ja so sehr?

Oder war er in Frankfurt
bei Kirche und Sport,
vielleicht auch auf Rüstzeit
an´nem ganz andern Ort, \\
mit Vorstand \\ und Konfis
mit Alten \\ und Zivis
und Leuten allerlei, \\
nur die Pfarrer sind so frei.

Damen Am Fußball hängt sein Herze.
Damen Als Trainer der Frauen
Damen da hat´s den Meniskus
Damen ihm grad raus gehauhen. \\
Als Akti \\ ver Spieler
Fußballpfarrer: \\ ein Genie \\
sah man ihn in der Zeitung \\
manchmal auch im TV.

Leb` wohl, Du lieber Heinrich
und bleib uns verbunden
und denk auch in Kassel
an gemeinsame Stunden. \\
Wir wünschen \\ von Herzen
Viel Glück und \\ Gesundheit, \\
komm doch öfter mal vorbei, \\
denn Du bist ja jetzt frei.

 

 

 

Bilder Heinrich Schomann

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Die Bilder wurden von Franz J. Jordan zur Verfügung gestellt. Vielen Dank.

1982      Nach der Ernennung von Heinrich Schomann zum Pfarrer der Kirchengemeinde Kammerberg nimmt er im September am ersten Kammerbergfest teil (in der Schlecker-Halle am Fuß des Kammerbergs)

09_01    im Gespräch mit Pfarrer Strenger

09_02    Ehepaar Schomann

10_01    Oktober: Einführung als Pfarrer der Kammerberggemeinde durch Dekan Eisenberg i n der Heckershäuser Kirche

10_02    Begrüßung von Ehepaar Schomann durch Bürgermeister Poetzsch

1983

06_03    Ökumenischer Gottesdienst zum Kammerbergfest im Juni;

Einführung des ersten Kirchenvorstands am Kammerberg

1984    

03_01    März: Veranstaltung im angemieteten Reihenhaus in der Berliner Str.

07_02    Juli: Kammerbergfest im Zelt an der Berliner Str.

1985

06_01    Juni: Kammerbergfest im Zelt

                 

1986

09_01    September: Kammerbergfest im Zelt

25.10.    Oktober: Grundsteinlegung für Kirchenzentrum

1987

04_01    April: bei den Landfrauen

1988

24.01.    Januar: Einweihung des Kirchenzentrums

xx.01.    Veranstaltungen zur Einweihung

1989

02_01    Februar: mit Kirchenvorstehern

07_01    Juli: Kammerbergfest

2003

28.06.    Juni: beim Kammerbergfest mit Pfarrer Strenger

2008

10.02.    Februar: 20 Jahre Ökumenisches Kirchenzentrum

10.05.    Mai: mit dem Deutsch-Japanischen Friedensforum bei der Bürgermeisterin in Ahnatal

17.05.    Mai: beim Kammerbergfest


Der Artikel und die Bilder wurden zur Verfügung gestellt von Franz J. Jordan – vielen Dank.

 

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